kfd Diözesanversammlung im Oktober im Haus Maria Rosenberg

Feierliche Einführung der Geistlichen Leiterinnen und Präsides, Neuwahlen – und engagierte Diskussionen

von links nach rechts: Diözesanvorsitzende Gabriele Heinz, stellvertretende Bundesvorsitzende Irmentraud Kobusch, Diözesanreferentin Annette Bauer und Geistliche Leiterin Marina Hilzendegen

von links nach rechts: Diözesanvorsitzende Gabriele Heinz, stellvertretende Bundesvorsitzende Irmentraud Kobusch, Diözesanreferentin Annette Bauer und Geistliche Leiterin Marina Hilzendegen

Engagiert den Dialog suchen, sich auch mit schwierigen, weil ungeklärten Themen die Rolle von Frauen in der katholischen Kirche betreffend, zu beschäftigen, gehört nach ihrem Selbstverständnis zu den Aufgaben der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd). Das wurde auch bei der Diözesanversammlung der kfd im Bistum Speyer am vergangenen Wochenende auf Maria Rosenberg deutlich. 
 
Das „Diakonat der Frau“ oder „Sakramente für wiederverheiratete Geschiedene“ zählten zu den viel diskutierten Themen bei der Versammlung. Die stellvertretende Bundesvorsitzende der kfd, Irmentraud Kobusch, informierte über beide Sachverhalte. Als Kobusch über den in den Bistümern laufenden Dialogprozess berichtete, musste so manche kfd-Vertreterin lachen. Öffentliche Äußerungen von Erzbischof Ludwig Müller zu diesem Thema lassen so manche an der Dialogbereitschaft zweifeln. Der Präfekt der Glaubenskongregation hatte in einem Interview vor falschen Erwartungen an den Dialogprozess gewarnt und kritisiert, dass manche damit die „abwegige Vorstellung verbinden, dass einzelne Aussagen des Glaubens an den Zeitgeist angepasst und gesellschaftskonform gemacht werden, so dass wir von den Meinungsführern nicht mehr so kritisiert werden“. Mittlerweile, bestätigte Kobusch, sei bei den Bischöfen aus dem Dialogprozess über den Schritt „Gesprächsprozess“ ein „geistlicher Gesprächsprozess“ geworden. „Wir nennen ihn aber bewusst weiter Dialogprozess“, unterstrich Kobusch. 
 
Gleichzeit erklärte sie, dass sich  die Unterschriftenaktion, mit der sich die kfd dafür einsetzte, dass Geschieden-Wiederverheiratete nicht vom Empfang der Sakramente ausgeschlossen werden, sich gelohnt habe. Sie habe dazu beigetragen, dass das Thema weiter diskutiert werde, auch wenn Erzbischof Müller signalisiert habe, dass es hier keinen Spielraum für Änderungen gebe. 
 
Ablehnend steht Erzbischof Müller ebenso Bestrebungen zur Zulassung von Frauen zur Diakonatsweihe gegenüber. Irmentraud Kobusch engagiert sich hier besonders. So sitzt sie im Vorstand des Netzwerks „Diakonat der Frau“. Im Moment, nahm sie ein Bild auf, atme das Diakonat nur auf einem Lungenflügel, weil es nur Männern möglich sei, als Diakon zu arbeiten. Aber es gebe einen breiten Willen, sich für das Diakonat der Frau einzusetzen, so Kobusch. Fakt sei, und dafür gab es viel Applaus, „dass 80 Prozent der diakonischen Arbeit vor Ort von Frauen gemacht wird“. Das wurde aus der Versammlung heraus mit Praxisbeispielen belegt. 
 
Schon in der Ostkirche habe es die Diakonin gegeben, verwies Kobusch auf die Geschichte. Allerdings räumte sie ein, dass es nicht abschließend geklärt sei, ob die frühen Diakoninnen die Weihe empfangen hatten. Dass es diese Weihe gibt, ist ein Anliegen des Netzwerks. 23 Frauen, darunter auch eine im Bistum Speyer, seien für die Arbeit als Diakonin ausgebildet worden, brächten Voraussetzungen und Fähigkeiten für das Amt mit, berichtete Kobusch. Sie seien so eng mit der katholischen Kirche verbunden, dass sie sich nicht illegal weihen lassen würden. Aber es sei für die Frauen durchaus frustrierend zu spüren, dass die Kirche sie in dieser Funktion nicht wolle. Deshalb müsse es das Ziel sein, unterstrich Kobusch die Position des Netzwerks, dass das Diakonat „künftig auf zwei Lungenflügeln atmet“, sprich Frauen zum Diakonat zugelassen werden. Begrüßt wurde von der kfd Diözesanversammlung die Diskussion im Bistum Speyer, ob eine sozialpädagogische oder krankenpflegerische Ausbildung als Zugangsvoraussetzung für künftige Diakone (Männer) ausreicht. Das sei sinnvoll. 
 
Die stellvertretende kfd-Bundesvorsitzende sprach auch die Situation des Verbandes an. Es bestehe Sorge um die Zukunftsfähigkeit der kfd. Deshalb sollen Aktionen gestartet werden, um Mitglieder zu gewinnen. 
Ein weiterer Tagesordnungspunkt war die feierliche Einführung der 20 Präsides und geistlichen Leiterinnen in ihr Amt während der Eucharistiefeier. Sie waren bei den Wahlen in den Dekanaten, die alle vier Jahre stattfinden, gewählt worden und hatten erstmals an der Versammlung teilgenommen. kfd-Diözesanleiterin Gabriele Heinz sicherte ihnen Begleitung von der Diözesanebene zu. Innerhalb des Diözesanleitungsteams galt es ebenfalls zu wählen. Neu gewählt wurde Christa Kuhn als stellvertetende Diözesanleiterin, Maria Schlick und Gertrud Schwartz wurden als Vertreterinnen der Dekanate wieder gewählt. 
 
Beschlossen wurde außerdem, mit 1000 Euro im kommenden Jahr ein Projekt des Caritasverbandes Kaiserslautern zu bezuschussen, das sich um Frauen mit Migrationshintergrund kümmert. Mit dem Thema „Zuwanderung und Integration“ will sich die kfd 2013 intensiver beschäftigen. (Redaktion“der pilger“)
 

Weitere Fotos von den Veranstaltungen finden Sie in unserer Bildergalerie kfd-Diözesanversammlung