Prima-Klima-Kleidung – kfd: Konsum Fair Durchdacht

– 100 Frauen beim thematischen Frauenfrühstück in Ludwigshafen –

Eine überwältigende Resonanz fand das thematische Frauenfrühstück der kfd am Samstag, den 16. November im Pfarrzentrum St. Hedwig in Ludwigshafen-Gartenstadt. An die 100 interessierte Frauen konnte Theresia Knapek vom diözesanen Ausschuss für Hauswirtschaft und Verbraucherthemen an diesem Morgen begrüßen. Die Veranstaltung war nicht nur in das Jahresprogramm der kfd, sondern auch in die ökumenische Veranstaltungsreihe für Frauen „Entdeckungstour für die Seele“ eingebettet.

kfd-Frau zeigt "Fair gehandelte Mode" auf dem Laufsteg

kfd-Frau bewegt sich bei der Modenschau souverän auf dem "Laufsteg". Und sie hat sichtlich Spaß beim Präsentieren von "Fair gehandelter Mode" aus dem Weltladen Speyer

„Wir engagieren uns für gerechte, gewaltfreie und nachhaltige Lebens- und Arbeitsbedingungen in der Einen Welt“, zitierte Diözesanleiterin Gabriele Heinz aus dem Leitbild des Verbandes und schlug damit den Bogen zu dem brisanten Thema, mit dem sich die Frauen an diesem Morgen auseinandersetzten.

„Kleider kosten Leute“, so brachte es Anja Hoff, Referentin von FEMNET e.V. auf den Punkt. Traurige Berühmtheit erlangte dieses Thema in diesem Frühjahr auch bei uns in den Medien – und erst Anfang Oktober starben bei einem Brand in einer Textilfabrik in Bangladesh wieder 10 Arbeiterinnen, mehr als 50 wurden verletzt. Insgesamt kamen 2013 (bis jetzt) mehr als 1.100 Menschen bei Bränden und Fabrikeinstürzen in Bangladesch zu Tode. Anja Hoff informierte, dass einige – aber längst nicht alle – Markenhersteller, die in den betroffenen Fabriken ihre Textilien herstellen ließen, sich nach teils langen Verhandlungen dazu durchgerungen haben, den Bangladesh Fire and Buildung Safety Accord zu unterzeichenen. Dieses (zunächst auf 5 Jahre terminierte) Abkommen wurde ins Leben gerufen, um die Textilfabriken in Bangladesch zu sichereren Arbeitsorten zu machen. Aber selbst wenn der Brandschutz eingehalten wird – die schlechten Arbeitsbedingungen bleiben: Die Frauen, die in den Fabriken für westliche Verbraucherinnen und Verbraucher schuften, sind extrem schlecht bezahlt und verfügen über keinerlei arbeits- und sozialrechtliche Sicherheiten wie Arbeitsverträge, Krankenversicherung, Rente, Mutterschutz oder Urlaubsansprüche. Überstunden, Nachtschichten, sexuelle Belästigung und Einschüchterung bei dem Versuch, sich zu organisieren, sind an der Tagesordnung.

Was können wir als Verbraucherinnen tun, um zu einer Veränderung dieser Verhältnisse beizutragen, war dann auch die Frage, die die Anwesenden nach diesen Ausführungen bewegte und zu angeregten Diskussionen führte. Anja Hoff stellte klar: Bei Billigkleidung muss davon ausgegangen werden, dass sie unter menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen hergestellt wurde. Jedoch sind teure Kleider auch kein Garant für gute Arbeitsbedingungen. In den Preisen der Markenprodukte stecken viele Kosten für Werbung oder Ladenmieten in Deutschland. Die Herstellungskosten spielen dabei kaum eine Rolle. Am Preis der Kleidung lässt sich nicht erkennen, ob die Ware fair produziert wurde, aber es gibt Siegel, die darüber Aufschluss geben. Deshalb lohnt sich die Zeit und die Mühe, sich über die Siegel zu informieren und beim Kleiderkauf die Augen offen zu halten.

Eine gute Übersicht und weitere Informationen sind unter www.femnet-ev.de/index.php/de/themen/ccc-kampagne/siegeluebersicht zu finden.

Dass die Beschäftigung mit dem Thema „Fair gehandelte Mode“ auch Spaß machen kann, kam in der anschließenden Modenschau zum Ausdruck, die die stellvertretende Diözesanleiterin Christa Kuhn mit Charme, Witz und vielen Hintergrundinformationen moderierte.

Sieben kfd-Frauen waren Models und zeigten chice Kleidung und viele sportliche Teile aus dem Weltladen Speyer. Insgesamt 17 Kombinationen wurden auf dem Laufsteg präsentiert. Zu sehen waren Kleider, Blusen, T-Shirts, Kombinationen, Ponchos, Mützen, Taschen und auch Schmuck. Die Materialien der Kleidung waren Wolle, insbesondere Alpaka, Schurwolle, Baumwolle und Seide – alles verarbeitet unter nachhaltigen und fairen Arbeitsbedingungen, so Christa Kuhn.

Ergänzend dazu bot der Weltladen Ludwigshafen einen Verkaufsstand, und natürlich war auch das vielseitige Frühstücksbuffet mit fairen, lokalen und saisonalen Produkten bestückt:

Kaffee und Saft aus fairem Handel, Brot und Brötchen, neben selbstgekochter Marmelade und pfälzischem Honig sowie eigens hergestelltem Müsli und sehr schmackhaften Brotaufstrichen –für letztere gab es dann gleich die Rezepte zum Nachmachen für Zuhause.

 „kfd – Konsum fair durchdacht: wir möchten sensibel machen für das Thema und aufklären über die Möglichkeiten, die wir als Verbraucherinnen haben – wir können auch mit kleinen Schritten Solidarität zeigen“, so die stellvertretende Diözesanleiterin Ursula Menges in ihrem Schlusswort, das auch ein herzliches Dankeschön an alle mit einschloss, die zum Gelingen dieser Veranstaltung beigetragen haben.

Weitere Fotos von der  Veranstaltung finden Sie in unserer Bildergalerie Prima-Klima-Kleidung: kfd