Tag der Diakonin am 29. April 2014

 

Wortgottesfeier - im Vordergrund - Foto v. l. n. r.: Friedel Klein, Mitglied im Netzwerk Diakonat der Frau und Marina Hilzendegen, Geistliche Leiterin kfd,


Frauenverbände fordern gleichberechtigten Amtszugang

Die Kirchenlehrerin Katharina von Siena hat das „Netzwerk Diakonat der Frau“ als Patronin benannt, weshalb an ihrem Gedenktag, dem 29. April, Veranstaltungen von Frauenverbänden stattfinden. Im Neustadter Herz-Jesu-Kloster stand der „Tag der Diakonin“ dieses Jahr unter der Leitfrage „Wer ist mein Nächster?“ Rund 50 Frauen der beiden Verbände Katholischer Deutscher Frauenbund (KDFB) und Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) nahmen am Vortrags- und Diskussionsabend teil.

Der einleitetende Wortgottesdienst wurde von einem Vorbereitungsteam gestaltet, bestehend aus Marina Hilzendegen, Geistliche Leiterin kfd, Ursula Menges, stellvertretende kfd Diözesanleiterin, Regina Mendel, stellvertretende Vorsitzende KDFB, Edith Roser, KDFB, und Friedel Klein, Mitglied im Netzwerk Diakonat der Frau.

Organistin Ursula Menges. stellvertretende kfd Diözesanleiterin, begleitete die thematisch passenden Gesänge, in Texten und Dialogen lenkte das Team den Blick vom „barmherzigen Samariter“ aus dem Gleichnis auf Hilfesuchende in heutiger Zeit. „Katharina von Siena hatte den Blick für Ungerechtigkeiten, war Friedensstifterin, setzte sich für Bedürftige ein“, so Marina Hilzendegen. „Auch viele Frauen heute haben den Spürsinn, was sich durch sie in der Kirche beim Dienst am Nächsten weiterentwickeln kann.“

Die historischen Figuren Katharina von Siena, die Diakonin Phöbe und die Gemeindeleiterin Lydia standen im Mittelpunkt des Anspiels bei Beginn des Gesprächsabend. „Die Szene hat gezeigt, dass wir als Frauen in guter Tradition stehen, uns diesen großen Ahninnen anzuschließen“, so Hilzendegen. Viele Frauen seien diakonisch unterwegs, sei es in Katechese, im Sakristanendienst, als Lektoren, bei Seniorenkreisen, Krankenbesuchen oder der Wortgottesfeier. Großes Interesse fand der Vortrag von Friedel Klein, die nach einem Theologiestudium, ermuntert von pastoralen Mitarbeitern, die dreieinhalb-jährige diakonische Ausbildung absolvierte. „Diakonin o.W. – ohne Weihe“, bezeichnet sie ihre Situation bedauernd. Motivation für die intensive Weiterbildung schöpfte sie aus ihrer eigenen Vita sowie der langjährigen und vielseitigen ehrenamtlichen Tätigkeit in ihrer Gemeinde. In der Diskussionsrunde äußerten die Teilnehmerinnen Unverständnis, weshalb den Frauen, die 80 Prozent der diakonischen Arbeit – natürlich ehrenamtlich und ohne Entgelt – leisteten, der Zugang zum Amt verwehrt sei. In der Urkirche seien Diakoninnen selbstverständlich gewesen, erst im Mittelalter habe man sie ausgeschlossen, ihre Stellung in der Kirche „als dem Manne untertan“ bekundet. Trotz des zweiten vatikanischen Konzils, das neue Weichen für die moderne Glaubensgemeinschaft stellte, verweigere die katholische Amtskirche Theologinnen mit diakonischer Zusatzausbildung die Weihe und somit die Möglichkeit der beruflichen Entfaltung. „Das Netzwerk Diakonat der Frau und die Frauenverbände setzten sich für die gleichberechtige Behandlung von qualifizierten Männern und Frauen im pastoralen Dienst ein“, erklärte Klein. „Ohne Frauen würde in der Kirche nichts laufen“, stellte eine Teilnehmerin bestätigend fest. „Dennoch sind Frauen von der Herzmitte der Kirche ausgeschlossen, sind Notnagel und Lückenbüßer.“ az

 

Weitere Fotos von den Veranstaltungen finden Sie in unserer Bildergalerie  Tag der Diakonin