Studien- und Infonachmittag

AKTUELL 

“Nein zu sexueller Gewalt”

Konsequenzen aus der Studie zum Missbrauch in der katholischen Kirche

Thomas Mann, Präventionsbeauftragter, und Dorothea Küppers-Lehmann, Ansprechpartnerin für Verdachtsfälle von sexuellem Missbrauch

Am 7. Februar 2019 hatte der kfd-Diözesanverband einen Studien- und Informationsnachmittag organisiert, der sich mit den Konsequenzen aus der Studie zum Missbrauch in der katholischen Kirche beschäftigte. Eingeladen waren Verantwortliche der kfd – Gemeinschaften vor Ort und Interessierte – und ein kleiner Kreis war zu dieser Veranstaltung ins Kloster Neustadt gekommen.

Information über Zahlen und strukturelle Ursachen von Missbrauch

Referentin und Referent des Nachmittags waren Dorothea Küppers-Lehmann, Ansprechpartnerin des Bistums bei Verdachtsfällen auf sexuellen Missbrauch, und Thomas Mann, Präventionsbeauftragter des Bistums. Die beiden gaben zunächst einen Überblick über die Ergebnisse der Studie, deren Ziel es war, sexuellen Missbrauch durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bistumsdienst zu erforschen und strukturell begünstigende Faktoren identifizieren. Bei der bundesweiten Studie, die bezogen auf das Bistum Speyer von 186 betroffenen Kindern und Jugendlichen und von 89 Beschuldigten spricht, gab es jedoch keinen Zugriff auf die Originalakten, so Küppers-Lehmann. Die Dunkelziffer sei hoch – auch, weil viele Personalakten mangelhaft geführt wurden oder einfach verschwanden. Als Reaktion auf die Taten gab es häufig nur Versetzungen.

Aufarbeitung und Prävention

Präventionsbeauftragter Mann betonte, dass die Studie keine Aufarbeitung sei, auf jeden Fall aber Schwachpunkte im System Kirche aufdecke und Hinweise für eine Aufarbeitung geben könne. Klar ist: sexueller Missbrauch ist immer ein Machtmissbrauch.

Zur Aufarbeitung des Missbrauchsskandals wurden im Bistum erste Maßnahmen eingeleitet, die strafrechtliche Aufarbeitung wird fortgeführt und weitere Schritte, wie z.B. Schutz- und Schulungskonzepte zur Prävention sollen erarbeitet und vertieft werden.

Fragen der Prävention und die Frage nach dem Umgang damit, wenn Kenntnis von Missbrauch erlangt wird, standen dann auch bei den Austauschrunden des Nachmittages im Fokus. Wichtig hierbei: Ruhe bewahren, dem/der Betroffenen Vertrauen schenken, und sich selbst Hilfe und Unterstützung von Fachkräften holen.

Kultur der Achtsamkeit

Letztendlich gehe es darum, eine Kultur der Achtsamkeit zu schaffen, die auf den Grundhaltungen von Wertschätzung und Respekt basiert – und dazu sind viele Schritte notwendig.

Deshalb wurde an diesem Nachmittag auch klar, dass die Beschäftigung mit dem Thema „sexueller Missbrauch“ für die kfd noch nicht abgeschlossen sein kann, und dass weitere Schritte anstehen, wie zum Beispiel das Erstellen eines Interventionsplans, der auch die Klärung von Beratungs- und Beschwerdewegen zum Inhalt hat.

Die Möglichkeiten der kfd als starkem Frauenverband, präventiv tätig zu werden, liegen vor allem auch darin, sich weiter für Frauenrechte in der Kirche stark zu machen und bei der Forderung nach Gleichberechtigung und Gleichstellung nicht müde zu werden, wie die stellvertretende Diözesanleiterin Christa Kuhn in ihren abschließenden Worten bekräftigte.

Text und Foto: kfd Diözesanverband

Kontaktdaten der Ansprechpersonen im Bistum für Verdachtsfälle auf sexuellen Missbrauch an Minderjährigen:

Dorothea Küppers-Lehmann
Handy-Nummer 0151/148 800 14
E-Mail: ansprechpartnerin@bistum-speyer.de

Ansgar Schreiner
Handy-Nummer 0151/148 800 09
E-Mail: ansprechpartner@bistum-speyer.de

Hilfeportal der Bundesregierung: https://www.hilfeportal-missbrauch.de/startseite.html