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Jesus sagt: “Ich will, dass sie das Leben haben und es in Fülle haben…“

Gedanken unseres kfd-Diözesanpräses Norbert Kaiser in Zeiten der Corona-Krise

 Sonntag – ohne Eucharistie-Feier

Sonntag, 15. März: Die Bedrohung durch das Corona-Virus hat sich zu einer Pandemie entwickelt. Jetzt hat der Schutz von Leben und Gesundheit höchste Priorität. Jesus sagt: „Ich will, dass sie das Leben haben und es in Fülle haben“.

Das Virus und die Folgen sind – nach den Worten Jesu – ein „Zeichen der Zeit.“ Und uns ist es aufgetragen, diese Zeichen zu deuten. Nicht, dass diese Bedrohung durch Gott käme – sondern: was will uns Gott dadurch sagen? Ich komme, wie gewohnt in der Frühe zur Kirche und muss erfahren: heute (und die kommenden Wochen) kein Gottesdienst! Nebenbei – auch ich als Pfarrer, der sehr gerne Gottesdienst feiert – auch ich hatte am Sonntag keinen Gottesdienst. Ich habe bewusst nicht ganz privat (wie angeboten) eine heilige Messe gefeiert – aus Solidarität mit allen, die darauf verzichten mussten. Für mich ein großes Opfer. Aber, so werde ich es weiterhin halten, bis….

Was will Gott uns/mir sagen? Eine Antwort ist mir gekommen. Sie betrifft unsere Sonntags-Gestaltung – wie üblich: Wir haben regelmäßig unseren Gottesdienst; wir haben Christus, im Empfang der Hl. Kommunion; und damit haben wir unsere Sonntagspflicht erfüllt. Aber, gewiss, mehr als Pflicht-Erfüllung ist für uns die Heiligung des Sonntags.

Mir, persönlich, ist an diesem Sonntag tiefer bewusst geworden: Ich habe ja Christus bei mir – in mir – jeden Tag, Stunde um Stunde. Auch jetzt vor der versperrten Kirchentür. Ich bin ja sein „Tempel“, wie der Apostel Paulus sagt. Ich bin sein „Tabernakel“, in den er sich in mir eingeschlossen hat. Und, wenn ich durch die Straßen gehe, dann darf  ich mich als seine „Monstranz“ verstehen – nicht aus Gold, aber viel wertvoller: als Mensch, trotz meiner menschlichen Armseligkeit.

Mit diesen Gedanken habe ich eine Kerze angezündet, bin nachdenklich geworden, habe gebetet und ein Lied gesungen; habe mir Zeit genommen, um bei IHM zu „verweilen“ – und das bewusst: in Sonntags-Kleidung: „Tag des Herrn“!

Was mir gefehlt hat? ER hat mir nicht gefehlt! Es war die Gemeinschaft der Gottesdienst-Gemeinde, die habe ich vermisst: die freundlichen Gesichter, die Stimmen, das Reden und Lachen, Sich Grüßen – das aufmerksame Miteinander.

Aber – noch einmal – ER war bei mir und in mir, den ganzen Tag – in inniger Verbundenheit. Es war ein Sonntag- reich an Gott.