AKTUELL 

Rettungsschirm für die Erwachsenenbildung

kfd unterstützt Stellungnahme der KEB Deutschland

Mittwoch, 18. März: Aufgrund der Corona-Pandemie müssen auch wir von der kfd viele Veranstaltungen absagen. (Eine aktuelle Übersicht hierzu finden Sie auf unserer Homepage) Nicht nur die Teilnehmerinnen, die sich auf diese Veranstaltungen gefreut haben sind davon betroffen, sondern in besonderem Maße auch die Bildungsträger und die freiberuflichen Referentinnen und Referenten, die nun um die Sicherung ihrer Existenz fürchten müssen – Erwachsenenbildung muss deshalb unter den Schutzschirm gestell werden. Die KEB-Vorsitzende Elisabeth Vanderheiden schreibt hierzu: „Bildung ist systemrelevant. Wer heute die Bildung im Stich lässt und die Erwachsenenbildung aus dem Blick verliert, wird die Folgen langfristig spüren.“

Hier die Stellungnahme im Wortlaut:
In den kommenden Wochen und Monaten muss den Trägern der katholischen Erwachsenenbildung schnell und unbürokratisch geholfen werden, damit die Seminare, Kurse und Veranstaltungen der kulturellen, ökologischen, politischen, personenbezogenen und religiösen Bildung auch in Zukunft stattfinden können.

Aus diesem Grund fordert die KEB Deutschland:

  • Erwachsenenbildung muss unter den Schutzschirm gestellt werden: Die finanziellen Verluste, welche die Bildungsträger derzeit erleiden, müssen abgesichert werden und dürfen nicht zur Insolvenz von Bildungshäusern und Bildungswerken führen.

  • Keine Kürzung der Fördermittel für die Erwachsenenbildung: Derzeit müssen nahezu alle Veranstaltungen der Erwachsenenbildung abgesagt werden. Der zu erwartende Rückgang der Unterrichtsstunden darf sich nicht negativ auf aktuelle und künftige Fördermittel auswirken.

  • Projektmittel müssen weiter fließen: Viele Angebote der Erwachsenenbildung werden aus Projektmitteln finanziert. Die Gelder müssen den Projektträgern weiterhin wie zugesagt und in vollem Umfang zur Verfügung stehen. Auch wenn Aktivitäten und Veranstaltungen ohne Verschulden seitens des Trägers nicht wie geplant stattfinden können.

  • Kein Bildungsträger darf zurückgelassen werden: Die Angebote der allgemeinen Weiterbildung werden häufig von gemeinnützigen Vereinen getragen. Diese haben zum einen kein finanzielles Polster, weil sie kein Vermögen ansparen dürfen und zum anderen fehlt gerade bei kleinen Einrichtungen häufig ein großer Rechtsträger, der Liquiditätsengpässe auffangen könnte.

  • Die Förderung von digitalen Bildungsangeboten muss sich verbessern: In Deutschland gibt es in vielen Regionen kein stabiles WLAN, und es fehlt aufgrund der mangelhaften Infrastrukturförderung in der Weiterbildung vielerorts an Hard- und Software, um Erwachsenenbildung zeitnah auch digital anbieten zu können. Um hier voran zu kommen, muss die digitale Infrastruktur erheblich ausgebaut werden. Außerdem müssen die Weiterbildungsgesetze der Länder digitale Bildungsangebote unkompliziert und selbstverständlich anerkennen.

  • Niemand darf seine*ihre Existenzgrundlage verlieren: Viele tragen mit ihrer täglichen Arbeit dazu bei, dass Menschen sich weiterbilden können. Bildung wird von Menschen gemacht. Der unvorhersehbare Wegfall von Veranstaltungen der Erwachsenenbildung ist vor allem für die freiberuflichen Honorarmitarbeiter*innen prekär. Ihre Einkünfte brechen ersatzlos weg. Kritisch ist die derzeitige Situation auch für die Personen, die nur mittelbar in der Erwachsenenbildung beschäftigt sind, wie der Koch im Bildungshaus, die Reinigungskraft im Seminarraum oder die Hausmeisterin im Bildungswerk. Auch ihre Arbeitsplätze sind von der Absage aller Veranstaltungen bedroht.

Die Erwachsenenbildung ist auch in Krisenzeiten unverzichtbar und die Lage ist sehr ernst. Wir fordern die Verantwortlichen in Kirche und Politik auf, die Einrichtungen der katholischen Erwachsenenbildung und die Menschen, die dort tätig sind, nicht alleine zu lassen.“

KEB-Vorsitzende Elisabeth Vanderheiden