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Mut ist Angst, die gebetet hat…

Ermutigung am Montag, den 18.05.2020: Monika Schmidt, Gemeindereferentin und Geistliche Leiterin der kfd im Teildekanat Pirmasens West erinnert in ihrem Impuls an die Judenretterin Corrie Ten Boom, eine der Frauengestalten, die im Mittelpunkt der letztjährigen kfd-Frauengottesdienste stand. Die Ergebnisse dieser Gottesdienste wären „eigentlich“ auch in den großen kfd-Jubiläumsgottesdienst eingeflossen, der für den letzten Samstag geplant gewesen war.

Sie schreibt:
Liebe (kfd-)Leserinnen!
Eigentlich wären wir jetzt damit beschäftigt, Maiandachten vorzubereiten.
Eigentlich würden wir jetzt Ausflüge planen.
Eigentlich träfen wir uns in den Gremien, um Pfarrfeste zu organisieren.
Eigentlich hätten wir längst zum Muttertag unsere Mitglieder in den Alten- und Pflegeheimen besucht.

Eigentlich …
Und eigentlich würden wir viel erzählen, uns austauschen und in den Erinnerungen schwelgen, wenn der große Jubiläumsgottesdienst in Speyer am vergangenen Samstag stattgefunden hätte!
So viele hatten sich im letzten Jahr bei den Gottesdiensten im Vorfeld engagiert. Die Lebensgeschichten von Corrie Ten Boom, Simone Weil, Maria Ward, Marguerite Porète und Sophie Scholl gaben uns Impulse für unser Leben.

Von der niederländischen Christin und Retterin vieler Juden Corrie ten Boom ist dieser Satz überliefert:
„Mut, ist Angst, die gebetet hat.“
Brauchen wir nicht auch viel Mut in diesen Zeiten:
Mut, um bekannte Alltagswege zu verlassen und unserem Leben eine andere Richtung zu geben.
Mut, um neue Kontaktmöglichkeiten auszuprobieren.
Mut, auf jemanden zuzugehen, der nicht zum engen Bekanntenkreis gehört.
Mut, sich jeden Tag neu dem Alltags-Leben und den Anforderungen zu stellen.
Mut, um Hilfe zu bitten.
Mut, sich ohne Ablenkungen der eigenen Lebensgeschichte zu stellen.
Mut …

Mutig gingen auch die eben genannten fünf besonderen Frauen ihren Weg, das zeigt die Auseinandersetzung mit ihrem Leben. Sie und so viele andere, durch alle Geschichtsepochen hindurch, taten dies im Vertrauen auf den Gott, der unser menschliches Leben teilt.

In diesen schwierigen Zeiten beten viele. Und viele finden neue, intensive Wege und Formen dabei.

Ängste und Sorgen bleiben, aber wir müssen nicht alles allein schaffen. Lassen wir uns inspirieren von den Erfahrungen anderer und unseren eigenen Erinnerungen und beten wir immer wieder um die Hl. Geistkraft, um mutig in den nächsten Tag gehen zu können.

Bitten wir um Gottes Segen:

Gott sei unser Begleiter, der uns das geben möge, was wir zum Leben brauchen:
Wärme, Geborgenheit und Liebe, Freiheit und Licht-
und das Vertrauen zu ihm, zu unseren Mitmenschen und zu uns selbst.
Auch in dunklen Zeiten und schmerzhaften Erfahrungen
möge Gott uns beistehen und uns immer wieder Mut und neue Hoffnung schenken.
In Situationen der Angst möge er in uns die Kräfte wecken,
die uns helfen, all dem, was wir als bedrohlich erleben, standhalten zu können.
Gott möge uns zu einem erfüllten Leben führen,
und uns segnen mit dem, was wir für jeden Tag brauchen.

Gott segne uns und bewahre uns.
Er wende sich uns in Liebe zu und zeige uns sein Erbarmen.
Er sei uns nahe und gebe uns seinen Frieden. Amen.

 

(Text: Monika Schmidt, Bild: pixabay)