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Frauen lesen im Buch der Bücher – gemeinsam geistlich verbunden

Speyer, 08.06.2020: Die diözesanweite Leseaktion „Frauen lesen im Buch der Bücher“ hat an Pfingsten begonnen. In dieser Woche steht nun das zweite Kapitel des Lukas-Evangeliums auf dem Leseplan. kfd-Diözesanpräses Norbert Kaiser gibt uns Anregungen zur Lektüre, eingeleitet mit der Frage:

„Warum lesen wir das Lukas-Evangelium?
Das liegt am Evangelisten Lukas selbst. Er ist ein „erzählerisches Talent.“ In seinem Evangelium – so habe ich gelesen – weist er sich aus als ein „gebildeter hellenistischer Geschichtsschreiber.“ Dabei geht es ihm nicht um ein dogmatisches, theologisches Konzept, das er uns vorstellen will. Vielmehr schaut er auf die Person Jesu und schildert, wie ER jedem in Not geratenen Menschen beisteht und konkrete Hilfe schenkt.

Es sind die Armen seiner Zeit: die Kranken, die an den Rand Gedrängten, die Frauen, die Zöllner und die Sünder. Es entstehen Bilder von Menschen, die nicht mit bunten Farben sondern in einprägsamen Worten „gemalt“ sind. Deshalb wird Lukas in der Kunst gerne als „Maler“ abgebildet. Er schreibt in einer Zeit (80-90 n.Chr.) des materiellen Wohlstandes. Menschen geraten in die Gefahr, ihr Lebensziel allein am diesseitigen Glück – an Besitz, Reichtum und Wohlergehen festzumachen. Darüber lesen wir in unserer Bibel, zur Einführung in das Lukas-Evangelium:

„Er (Lukas) zeigt in Jesus den Heiland der Verlorenen, der sozial Entrechteten, der Frauen, der Zöllner und Sünder. Jesus offenbart die Menschenliebe Gottes auf bezwingende Weise…Das Leben des Christen hat seine Mitte in der dienenden Liebe, die auch dem Feind und dem Fremden dienen muss.“

Wir wünschen Ihnen allen ein aufmerksames Lesen. Lassen Sie sich führen von diesem Jesus, der mit Ihnen durch die Stationen seines Lebens geht und der zu Ihnen sprechen will.

„Jesus, Du bist jetzt da – führe mich und sprich zu mir.“

Hinweise zur Lektüre
Die Bibel ist die „Heilige Schrift“ der Christenheit – ein Buch, das uns „heilig“ ist. Und jedes Evangelium ist eine Welt-Botschaft, eine Ansage über unseren Gott, den Gott Jesu, von dem es heißt: Er hat uns Menschen erschaffen. Wir sind sein „Abbild“, sein „Ebenbild.“ Für dieses „Bild“ tut er alles und gibt er alles, gibt ER sich selbst – wird ER einer von uns, ein Mensch; dass unser Leben gelinge. Über sein Mensch werden und sein Mensch sein lesen wir vor allem im Lukas-Evangelium.

Nochmals ein Hinweis zur Lektüre:
Bibel-lesen soll zu einer inneren Begegnung mit Gott führen. Er spricht sein Wort in unser Leben hinein. Da geht es in erster Linie nicht um ein Verstehen mit dem Kopf, dass wir alles begreifen und durchdenken können, sondern um ein Aufnehmen mit dem Herzen.

Und noch ein Hinweis:
Bibel-lesen ist ein Prozess: Wir machen uns auf den Weg. Am ersten Tag sind wir noch nicht am Ziel. Wir wissen nicht einmal, wohin uns / mich Jesus führt. Vielleicht werden wir erst auf der letzten Wegstrecke – in der Rückschau – erspüren: Ich war mit meinem Gott auf dem Weg, und ER hat auf mich geschaut.
„Nur der liebende Mensch erkennt, nur ihm erschließt sich das Geheimnis.“

Norbert Kaiser, Präses

Weitere Informationen zur Aktion finden Sie hier

 

Foto: pixabay.com