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12 Frauen. 12 Orte. 12 Predigten.

Ursula König als Predigerin in Kaiserslautern St. Theresia

Speyer, 17. Mai: Über 600 Menschen waren dabei beim Gottesdienst zum Predigerinnentag der kfd am 16. Mai – eine kleine Anzahl in Präsenz vor Ort, die meisten jedoch via Online – Streaming.

Zum Gedenktag der Apostelin Junia lud die kfd bundesweit an 12 Orten zu Gottesdiensten mit Predigten von Frauen ein – auch in der Diözese Speyer, in der Kirche St. Theresia in Kaiserslautern.

„Geht mutig euren Weg. Ihr seid nicht allein“, war das Motto dieses Gottesdienstes, geleitet von Ursula König, der Geistlichen Leiterin des Diözesanverbandes, und mitgestaltet vom kfd-Diözesanleitungsteam sowie den Musikerinnen Ruth Stadtmüller und Martina Haag.

„Nicht das Bedrängende wird das letzte Wort haben, sondern die in Gott und Jesus Christus begründete Hoffnung siegt. Gott geht alle Wege mit“ – so nahm Ursula König in ihrer Predigt Bezug auf das Johannesevangelium.

Hoffnung und Zuversicht sind gerade in der heutigen Zeit nötig, so König weiterhin, und sie verwies auf die vielfältigen Herausforderungen, mit denen die Menschheit zurzeit konfrontiert ist – aber auch auf die ganz persönlichen Katastrophen, die oft alle Kraft abverlangen. Hier kann der Glaube ein wichtiger Anker sein.

Maria von Magdala und Junia als Ermutigung für Frauen in der Kirche

Für die Frauen in der Kirche gilt es ebenso: „geht mutig euren Weg. Ihr seid nicht allein.“ Hier spannte die Predigerin zunächst den Bogen zu den biblischen Frauen Maria von Magdala und Junia. Diese biblischen Frauengestalten wurden den Mitfeiernden dieses Gottesdienstes zuvor durch ein Rollenspiel, nahegebracht: Maria von Magdala als treue Jüngerin Jesu und erste Zeugin seiner Auferstehung, und Junia, die nicht nur verkündigte, sondern sogar für ihren Glauben ins Gefängnis ging. Diese Frauen gaben nicht auf, und wenn sie heute sprechen könnten, so würden sie die Frauen ermutigen, im Glauben zusammen zu stehen und hartnäckig einzutreten für das, was wichtig ist, erläuterte Ursula König.

Geschlechtergerechtigkeit als Überlebensfrage der Kirche

Für die Geistliche Leiterin der kfd steht außer Frage: Frauen sind mit ihren vielfältigen Charismen und Begabungen eine Bereicherung für die Kirche. Die Auslegung des Evangeliums aus weiblicher Sicht und die damit verbundenen Akzente in der Verkündigung sind ein Gewinn für die Kirche. Es ist eine Verschwendung von Potenzial, wenn wir diesen Reichtum nicht ausschöpfen, so Ursula König. Und weiter führte aus, dass eine wirkliche Erneuerung der Kirche Jesu Christi nur gelingen wird, wenn Frauen alle Dienste und Ämter der in der Kirche offenstehen.

Hoffnung auf Veränderung durch den synodalen Weg

Hoffnung auf Erneuerung weckt auch der synodale Weg, von dem viele Gläubige, vor allem an der Basis, erwarten, dass er zu Veränderungen und Reformen führen wird. Auch einige Bischöfe, so führt Ursula König an, bekennen mittlerweile öffentlich, dass Reformen dringend notwendig sind. Sie zitierte Bischof Bätzing, den Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz, der in seiner Osterpredigt den mangelnden Reformwillen der Katholischen Kirche kritisierte. In dem Festgottesdienst zur Wiedereröffnung der Frauenfriedenskirche in Frankfurt würdigte Bätzing die Rolle der Frau mit folgenden Worten: „Von Frauen gestiftet, von Frauen getragen, von Frauen bezeugt, von Frauen errungen und belebt – so ist Kirche. Und nur so wird sie Zukunft haben.“

Nur die Liebe zählt

Uns so stand die ausdrückliche Ermutigung der Frauen auch am Ende dieser Predigt, der Aufruf, nicht müde zu werden und den eigenen Charismen und Berufungen zu trauen und diese selbstbewusst zu leben –selbst wenn Steine in den Weg gelegt werden.

Die Kirche St. Theresia, in der dieser Gottesdienst gefeiert wurde, ist der Heiligen und Kirchenlehrerin Thérèse von Lisieux geweiht. „Nur die Liebe zählt“ – so lautet eine vielzitierte Aussage dieser Heiligen – und dieser Satz ist auch über dem Eingangsportal der Kirche zu lesen. Auf diese Worte nahm Ursula König in ihren abschließenden Gedanken Bezug, in denen sie ihren Traum formulierte: den „Traum von einer Kirche, in der Vielfalt möglich ist und als Bereicherung angesehen wird, einer Kirche, die auch Frauen ihre Berufungen und Charismen leben lässt, ein Traum von einer Kirche, in der „nur die Liebe zählt.“

(Der Gottesdienst ist noch auf Youtube unter folgendem Link zu sehen:
https://www.youtube.com/watch?v=tr20PjODT5s

Einen kurzen Bericht aus der SWR Landesschau finden Sie hier:
https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/katholische-frauen-predigen-100.html

 

Text: kfd
Foto: Gertrud Schwartz