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Ohne Frauen hat die Kirche keine Zukunft! – ein Kommentar von Christa Kuhn, stellvertretende Diözesanleiterin der kfd Diözesanverband Speyer

Ich bin eine Frau der katholischen Kirche! Von daher treibt es mich um: Christinnen und Christen werden in Deutschland immer weniger.

Ihr Anteil in der Bevölkerung ist unter 50 % gesunken. Missbrauch, Gewalt, Geldverschwendung und das Thema „Frau“ sind Gründe, aus denen Menschen sich entscheiden, auch unsere katholische Kirche zu verlassen. Prominentes und jüngstes Beispiel: Unser Generalvikar Andreas Sturm tritt aus der Kirche aus. Wir vom kfd Diözesanverband bedauern es sehr, diesen Mitstreiter für die Gleichberechtigung der Frauen in der katholischen Kirche verloren zu haben.

In unserem Grundgesetz ist die Gleichberechtigung der Frauen festgeschrieben: Frauen dürfen wählen, ein Konto eröffnen und arbeiten. Dennoch: Die Gleichberechtigung in unserer Gesellschaft ist immer noch nicht vollkommen. Frauen verdienen z.B. für die gleiche Arbeit häufig noch weniger als Männer– darauf machen wir am Equal-Pay Day immer wieder aufmerksam.

Aber!!!??? Wie weit ist es mit der Gleichberechtigung der Geschlechter in unserer katholischen Kirche? Da ist noch viel Luft nach oben: Auch Frauen sollen predigen, taufen und bei Trauungen assistieren, es muss selbstverständlich werden, dass Frauen eine Pfarrei leiten. Aus meiner Sicht gibt es keine Gründe, die dagegensprechen, dass Frauen Diakoninnen werden können.

Ja meine Forderung geht noch weiter, Frauen müssen Priesterinnen werden.

Mir ist klar, dass solche Forderungen nicht überall Zustimmung finden, aber wir müssen auch in die Zukunft blicken. Frauen prägen das Gesicht der Kirche, gestalten sie sozialer, bunter und vielseitiger. Sie kommunizieren anders als Männer, sie gehen anders mit Macht um. Frauen wollen dazu beitragen, dass Kirche zukunftsfähig wird. Ich kann nicht verstehen, dass die Kirche die Talente der Frauen nicht nutzt.

Schon immer setze ich mich ein für die Rechte von Frauen in meinem politischen, sozialen und kirchlichen ehrenamtlichen Engagement. Früher in der Jugendarbeit, heute in der kfd und in vielen kirchlichen Gremien. Gerade habe ich mich in der Diözesanversammlung, gemeinsam mit anderen, für die Einführung einer Frauenquote von mindestens 35 % auf den Leitungsebenen des Bistums stark gemacht.

Ich bin und bleibe eine engagierte Katholikin, denn nur wenn ich dabei bin, kann ich etwas verändern: die Zukunft wird von uns gemacht! Auch zukünftig wird die Kirche in unserer Gesellschaft wichtig sein, suchen die Menschen doch mehr denn je nach Sinn und Orientierung.

Doch ohne die Frauen hat die Kirche keine Zukunft.
(Mai 2022, Christa Kuhn, stellvertretende kfd-Diözesanleiterin)

Sehen Sie unter dem folgenden Link in einer Sendung des SR auch einen bemerkenswerten Beitrag der kfd Bexbach zum Thema. Mit Petra Betz, Leiterin, Theresia Haas, Judith Schwinn und den kfd-Frauen Bexbach.

https://www.sr-mediathek.de/index.php?seite=7&id=115967