AKTUELL

Predigerinnentag – ein voller Erfolg
Frauen setzen Hoffnungszeichen

Es waren in der Tat Hoffnungszeichen, die in sieben Gottesdiensten an verschiedenen Orten in unserem Bistum sichtbar und hörbar wurden. Frauen haben das Wort ergriffen und predigten. Sie legten das Evangelium aus weiblicher Sicht aus und taten dies ganz bewusst rund um den Gedenktag der Apostelin Junia. Lange Zeit als Frau in der Kirchengeschichte und in der Heiligen Schrift verschwiegen und verleugnet, meldete sie sich nun durch all die Frauen, die verkündigten und predigten, zurück.

Gegen alle Hoffnungslosigkeit, die sich derzeit sich in vielen Köpfen und Herzen breit macht, ließen sich die Predigerinnen nicht beirren und setzten mutig ein Zeichen für Erneuerung und Wandlung in der Kirche.  Wir Frauen geben die Hoffnung nicht auf und gehen den Weg der Veränderung, der Erneuerung und vor allem auch den Weg der Geschlechtergerechtigkeit im Hier und Jetzt, so etliche Stimmen.

Die zahlreichen positiven Rückmeldungen zu den Predigten und der Gestaltung der Gottesdienste zeigten: Wenn Frauen sich mit ihren Kompetenzen und Charismen einbringen, ist dies ein Segen und Zugewinn für die Kirche. Die Begeisterung war bei allen, die mitgefeiert hatten, spürbar.

In dieser Kirche muss endlich Platz sein für Vielfalt, für Gerechtigkeit, für ein angstfreies Miteinander und die Rückbesinnung auf die maßgebliche Botschaft Jesu. Schaffen wir uns künftig immer mehr Räume dafür, denn Gottes Geistkraft weht bekanntlich wo sie will.  Diese Kraft haben wir in all den vielfältigen Gottesdiensten deutlich gespürt.

 

 

Hier die Statements der Predigerinnen:

PREDIGERIN
Monika Schmidt                                  
PREDIGERIN 
Marie-Christin Mayer,
Elke Klein und
Daniela Lutz-Ohliger
(von links nach rechts)
PREDIGERIN
Sonja Lott                                    

„Warum ich gepredigt habe“…  weil Frauen genauso wie Männer in der Hl. Schrift berufen werden, die Frohe Botschaft zu verkünden. Die Weitergabe des Glaubens und die Vermittlung gelebter Glaubenspraxis (s. z.B. Erstkommunionvorbereitung, Tischgebet in der Familie) lag und liegt zu einem großen Teil in Händen von Frauen. Es ist nun höchste Zeit, dass die Verkündigung des Evangeliums im Rahmen eines öffentlichen Gottesdienstes auch durch Frauen möglich und normal wird.“

Marie-Christin Mayer: „Seit einigen Jahren begleitet mich ein Satz von Frère Roger: „Lebe das vom Evangelium was du verstanden hast, und sei es auch nur ein einzelnes Wort, aber lebe es.“ Dazu gehört für mich auch, über meinen Glauben zu sprechen, das Evangelium in Wort und Tat zu verkünden und gemeinsam mit anderen nach Antworten zu suchen. Das ist unsere Aufgabe als getaufte Christinnen und Christen. Frauen darin zu ermutigen, dass sie (genau wie Männer) Kirche sind und mitgestalten können, das ist mir ein großes Herzensanliegen. Und gerade die Apostelin Junia kann uns dabei ein tolles Vorbild sein. Ich habe am diesjährigen Predigerinnentag mitgemacht, weil ich immer wieder auch das Gefühl habe, dass ich – gerade als junge Frau – andere dazu begeistern und motivieren kann.“ 

„Ich möchte, dass Frauen in der Kirche Gehör finden und sich mit ihren Talenten und Charismen auf vielfältige Weise, vor allem auch in der Verkündigung, einbringen können. Frauen können  durch den Predigerinnentag andere Frauen dazu ermutigen.“

PREDIGERIN
Hedwig Kögel

PREDIGERIN
Elisabeth Kostov

PREDIGERIN
Daniela Ball-Schotthöfer  

„Als Christin möchte ich meinen Glauben bezeugen, der mich in hellen und dunklen Tagen meines Lebens gestärkt und getragen hat. So fühle ich mich als Nachfolgerin der Apostelin Junia berufen, die frohe Botschaft von Jesus für uns Menschen heute auszulegen. Deshalb setze ich mich dafür ein, dass Frauen gleichberechtigt in unserer Kirche predigen und Liturgie gestalten dürfen und auch können.“

 „Ich bin der Überzeugung, dass Frauen ihre Ansichtsweisen und Charismen auch bei der Verkündigung des Wort Gottes einbringen müssen und nicht nur Bedenken darüber äußern sollten, dass so vieles im Argen liegt. Ich sehe mich als Frau aus dem Volk und bin mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln bereit, die Lehre Christi weiterzugeben.“

„..weil für mich eine geschlechtergerechte Kirche unabdingbar ist. Ich stelle mich in die Reihe vieler Frauen und Männer, die dies fordern. Nur mit der Anerkennung von Frauen -und dazu gehört der Zugang zu allen Ämtern- hat Kirche Zukunft. Dafür stehe und predige ich.“

   
PREDIGERIN
Susanne Karl
   

“Das Wort Gottes auszulegen, ist Herausforderung und Geschenk zugleich. Über die Beschäftigung mit den biblischen Lesungen komme ich mir, Gott und den Menschen näher. Es beglückt mich, meine Glaubenserfahrungen im Gottesdienst weiterzugeben und den Zuhörenden meine Gedanken und Gefühle mitzuteilen.”