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Solidarität braucht langen Atem: was die kfd Gemeinschaft St. Mariä Himmelfahrt Otterstadt mit der kfd St. Laurentius Ahrweiler verbindet

Im Sommer letzten Jahres, am 14. Juli 2021, wurde das Ahrtal von einer riesigen Flutkatastrophe getroffen. Bis dahin war die kfd-Gemeinschaft in Otterstadt durch die Corona-Pandemie ziemlich lahmgelegt. Es fanden so gut wie keine Treffen statt, erzählt Angela Steiger, die nicht nur in der kfd Otterstadt, sondern auch als Dekanatsleiterin im Dekanat Speyer Süd aktiv ist. Sie berichtet:

Die Nachricht von der furchtbaren Katastrophe im Ahrtal hat uns aus der Corona-Lethargie wachgerüttelt. Wir fragten uns, was wir zur Linderung der großen Not beitragen könnten.

Die Bedenken mancher Frauen, dass wir als kleine Gemeinschaft doch nur einen Tropfen auf den heißen Stein bewerkstelligen könnten, wurden beiseite geräumt. Unser Patrozinium Mariä Himmelfahrt am 15. August stand vor der Tür. Nach zwei Jahren Corona bedingter Pause sollten wieder Kräutersträuße von den Frauen gebunden und nach dem Gottesdienst gegen Spende verteilt werden. Diese Aktion haben wir über das Amtsblatt und im Gottesdienst angekündigt mit dem Vermerk, dass wir uns darum kümmern, dass jeder Cent direkt im Ahrtal ankommt. Es war ein großer Erfolg! Am Sonntag selbst kamen über 600€ zusammen und nachträglich gab es noch einige größere Privatspenden. Zusammen mit dem Erlös aus unserer verkauften kfd-Marmeladen konnten wir Anfang September 1300€ auf das Spendenkonto des kfd-Diözesanverbandes in Trier überweisen.

Da bereits feststand, dass auch 2021 in Otterstadt kein Weihnachtsmarkt stattfinden würde, wo wir früher immer unsere Marmeladen anboten, bewarben wir den Verkauf offensiv über Amtsblatt, Kirchenblatt, Aushänge, Zeitung. Auch unser Blumenladen vor Ort bot sich an, die Marmeladen in ihr Sortiment zu nehmen. Das war und ist eine super Sache! Im November konnten wir wieder 1000€ auf den Weg ins Ahrtal schicken. Mittlerweile hatten wir direkten Kontakt zu einer kfd-Gemeinschaft in Ahrweiler geknüpft, deren Mitglieder alle von der Flut betroffen waren. Eine kfd-Diözesanverantwortliche aus dem Bistum Trier vermittelte uns die Adresse zu der Teamsprecherin der kfd St. Laurentius in Ahrweiler. Über E-Mailverkehr und Telefonate bekamen wir einen Eindruck vom Ausmaß der Katastrophe. Die Frauen in Ahrweiler wollten aber auch wieder nach vorne schauen, um nicht in ihrem Elend gefangen zu bleiben. So hatten sie vor, an den Freitagen im Advent, auf dem Wochenmarkt in Ahrweiler handgefertigte Sachen anzubieten. Da auch ihr Material zum großen Teil der Flut zum Opfer gefallen war, baten sie uns, ob wir etwas beisteuern könnten. Das taten wir gerne. Und so wurde genäht, gestrickt und gebastelt, so dass ein großer Karton nach Ahrweiler geschickt werden konnte. Die kfd-Frauen freuten sich sehr darüber und da auch andere Gemeinschaften aus der näheren Umgebung einen Beitrag leisteten wurde der Verkauf auf dem Markt ein großer Erfolg. Ein neuerlicher Beweis dafür, wie wichtig und wie wirkungsvoll die Vernetzung unserer Gemeinschaften ist!

Kurz vor Weihnachten waren wir noch einmal in der Lage, 450€ zu überweisen. Da aber Geld bekanntlich nicht alles ist und vor allem nicht in der Lage ist, die seelische Not zu lindern, wollen wir den Kontakt nach Ahrweiler aufrecht erhalten. Im Moment planen wir einen Besuch, eventuell sogar mit einer Übernachtung in Ahrweiler. Mal sehen, ob wir das in diesem Sommer noch hinbekommen. Es wäre gewiss für beide Gemeinschaften schön und aufbauend.

Angela Steiger