Thérèse Mema

Thérèse Mema – eine starke Frau im Einsatz für Frauen- und Menschenrechte in der Demokratischen Republik Kongo

 

Spende des kfd-Diözesanverbandes (Konto „Frauen in Not“) für die Arbeit der dortigen Traumazentren in Höhe von 1000 Euro.

P1090210 (2)Auf Einladung des kfd-Diözesanverbands Speyer, der für diese Veranstaltung mit dem Titel „wie Handys den Krieg finanzieren“ mit dem Weltladen Speyer und missio München kooperierte, war Thérèse Mema jetzt zu Gast in Speyer, um über die Situation in ihrem Heimatland zu informieren. Im Ägidienhaus war ein Kreis von um die 30 interessierten Zuhörerinnen und Zuhörer zusammen gekommen, um den bewegenden Worten von Thérèse Mema zuzuhören, und um mit ihr nach ihrem Vortrag ins Gespräch zu kommen über Handlungsmöglichkeiten hier bei uns.

Die Demokratische Republik Kongo ist seit 1996 Schauplatz der blutigsten Konflikte seit dem Zweiten Weltkrieg. Besonders Frauen und Familien leiden unter der unglaublichen Brutalität. Hoffnung geben Hilfsprojekte der Kirche, berichtet Thérèse Mema.

Im Osten der Demokratischen Republik Kongo sind die Menschen ihres Lebens nicht mehr sicher. Da gibt es ruandische Rebellen, die Mai-Mai-Kämpfer und die kongolesischen Regierungssoldaten. Sie kämpfen gegeneinander und gleichzeitig haben sie einen gemeinsamen Feind: Die Zivilbevölkerung.

Für Frauen gilt das Land als der gefährlichste Ort der Welt. Die Vereinten Nationen bezeichnen den Kongo als das Zentrum der Vergewaltigungen. „Im August 2009 haben wir begonnen, in den Pfarreien mit Hilfe von missio sogenannte Trauma-Zentren aufzubauen”, erläutert Thérèse Mema, Mitarbeiterin des katholischen Büros für „Gerechtigkeit und Frieden“. Hier finden Frauen und ihre Familien Zuflucht und Hilfe, hier können sie Perspektiven für ihre Zukunft entwickeln.

Bislang konnten 16 Trauma-Zentren in der gefährdeten Region um Bukavu errichtet werden. Die Einrichtung von Trauma-Zentren ist eine von zahlreichen Aktivitäten für Frieden und Versöhnung der katholischen Kirche.

Thérèse Mema spricht offen über die Ursachen des Krieges und die Verstrickungen der westlichen Welt. Der Kongo gehört zu den rohstoffreichsten Staaten der Welt. Diamanten und Gold kommen von hier. Eine wahre Schatzgrube sind die Coltan-Minen. Dieses seltene Erz wird weltweit für die Herstellung von Mobiltelefonen benötigt. Die Rebellen erobern gezielt jene Gebiete, wo das wertvolle Coltan zu finden sei. Vergewaltigungen werden als Waffe eingesetzt, um die Familien aus den Abbaugebieten zu vertreiben, die brutalen Soldaten schrecken weder vor Frauen und Männern noch vor Kindern zurück.

Eindringlich richtet sie den Appell an Ihre Zuhörerinnen und Zuhörer, über diese Zusammenhänge weiter zu informieren, zu sprechen, und sich als Konsumenten und Konsumentinnen bei den Handy-Herstellern dafür einzusetzen, dass diese künftig garantieren, keine direkten oder indirekten Geschäfte mit Rebellen zu machen.

Aber auch in der kongolesischen Gesellschaft selbst muss sich etwas ändern, so Thérèse Mema. Deshalb bietet das katholische Büro für „Gerechtigkeit und Frieden“ auch Bildungs- und Informationsveranstaltungen auf lokaler Ebene an, um die Frauen zu ermutigen, für ihre Rechte einzutreten und die Männer für ein partnerschaftliches Miteinander zu gewinnen.

Am Schluss der Veranstaltung überreichte kfd-Diözesanleiterin Gabriele Heinz einen Scheck mit Spendengeldern des kfd-Kontos „Frauen in Not“ in der Höhe von 1000 Euro.

„Frauen.Macht.Zukunft.“ ist das Thema der aktuellen Kampagne der kfd – und Thérèse Mema ist eine Frau, die sich mit all Ihrer Kraft dafür einsetzt, dass Frauen in ihrem Heimatland, der Demokratischen Republik Kongo, eine Zukunft haben – deshalb wollen sich die kfd-Frauen mit ihr und ihrer Arbeit solidarisch zeigen.

Thérèse Mema freute sich über diese Spende, die die wertvolle Arbeit mit den traumatisierten Frauen unterstützen und weiter voran bringen soll.

(Text: missio/kfd – Foto: Maria Schlick)

Siehe auch: Online-Unterschriften-Aktion für saubere Handys:

www.missio-hilft.de/handy